Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Historischer Roman

~Das Böse ist nie absolut~

24/2011
Interview mit einem Vampir - Anne Rice

Audible exclusiv - 13 Std. 33 Minuten (ungekürzt)
Sprecher: David Nathan
Hörprobe/Audible

Vampir.jpgHörbuch/Beschreibung: New Orleans, 1791. Der junge Plantagenbesitzer Louis de Pointe du Lac will sich das Leben nehmen. Sein Plan wird vereitelt, als der Vampir Lestat ihn durch einen Biss in den Hals in einen Untoten verwandelt. Louis, der nun gegen seinen Willen an den kaltblütigen Lestat gebunden ist, erschafft sich verzweifelt eine Begleiterin, das kleine Vampirmädchen Claudia. Noch ahnt er nicht, dass sich die schicksalhafte Beziehung zwischen den dreien durch die Jahrhunderte ziehen wird.

Wenn ich eine Verfilmung gesehen habe dessen Roman ich nicht kenne, komme ich selten in die Versuchung mir nachträglich das Buch zu kaufen.
In diesem Falle aber hab ich in einer Rezension zum Hörbuch gelesen: „Wer den Film mag, wird das Hörbuch lieben!“. Das zweite Argument das mich zum Kauf bewog war der Sprecher. David Nathan. Er hat einfach eine Stimme die unter die Haut geht.

Louis de Pointe du Lac, ein junger reicher Plantagenbesitzer, bricht mit dem Leben. Er gibt sich die Schuld am Tode seines geliebten Bruders und ist dem Tode näher wie den Lebenden. Damit macht er den Vampir Lestat de Lioncourt auf sich aufmerksam, der Louis kurzerhand ins Reich der Untoten befördert und ihn in Seinesgleichen verwandelt.
Fortan leben die beiden Gefährten gemeinsam mit Lestats Vater auf Louis Plantage in der Nähe von New Orleans. Der einfältige Lestat frönt ausschweifend und dekadent dem Luxus, den er sich ohne Louis Reichtum nie hätte leisten können.
Louis, anfangs noch berauscht von seiner Metamorphose zur Nachtgestalt, verabscheut Lestat für seine Verschwendung und seinen Sadismus und Verachtung dem Leben gegenüber. Er kämpft mit dem Gewissen dass er sich über den Tod hinaus bewahrt hat und der Tatsache und Notwendigkeit des Tötens um sich selbst erhalten zu können, und erkennt zu welcher Hölle ihn Lestat verdammt hat.

Als Lestat bemerkt, dass Louis ihn verlassen will erschafft er just einen weiteren Vampir um ihn an sich zu binden. Ein kleines 5-jähriges Mädchen namens Claudia, zu der Louis sich hingezogen fühlt. Diese Vampirfamilie funktioniert viele Jahre, bis Claudia aufbegehrt. Sie erfährt wer sie auf ewig in den Körper eines Kindes gesperrt hatte und in ihrem grenzenlosen Hass will sie Lestat vernichten.

 Louis und Claudia flüchten vor Lestat und machen sich mit einem Schiff nach Europa auf, getrieben von der Sehnsucht weitere Vampire zu finden und ihre Fragen beantwortet zu bekommen.

Nach ihrer Reise durch Osteuropa quartieren sie sich in Paris ein und erhalten eine Einladung zum Théatre des Vampires. Dort trifft Louis auf den ältesten lebenden Vampir Armand und fühlt sich auf  eigenartige und manipulierte Weise zu ihm hingezogen.

Diese ganze Geschichte über den Zeitraum von 200 Jahren erzählt Louis dem Jungen Daniel Molloy in einem Hotelzimmer im San Franzisko des 20. Jahrhunderts, der das Interview mit dem Vampir auf mehreren Tonkassetten festhält.

Wer sich vor dem Hörbuch scheut weil er eine Abhandlung des bereits bekannten Films fürchtet, dem sei gesagt, dass das Buch viel reichhaltiger ist wie die Verfilmung, viel tiefgründiger. Mir hat die Verfilmung sehr gut gefallen und dennoch find ich das Buch um Längen besser. Vieles wird im Film gar nicht umgesetzt oder ganz anders. Einiges mag für die Handlung im Film nicht unbedingt relevant gewesen sein, aber das Verstehen um die Gefühle bleibt auf der Strecke.

Inzwischen sind seit der Erstveröffentlichung dieses Romans 35 Jahre vergangen, und dass er sich eine Art Kultstatus erworben hat liegt mit Sicherheit an der Faszination der Unsterblichkeit.
Was diesen Roman auch so interessant macht ist die Betrachtung der Dinge aus der Sicht der Vampire. Die Ich-Erzählung  macht das ganze unheimlich lebendig.  Diese Melancholie die Louis in sich trägt, seine Zerissenheit, sein Selbsthass wird richtig greifbar. Philosophisch wird es in Dialogen über die Frage nach der Existenz Gottes und der Wahrhaftigkeit des Teufels, der Sinnlosigkeit eines unsterblichen Lebens.  

Das Hörbuch lohnt sich auf alle Fälle. Ein wunderbarer Roman der noch lange nachklingt. Von Beginn an herrscht eine düstere Atmosphäre der man sich kaum entziehen kann. Die getragene Erzählweise vermittelt eine ganz besondere Stimmung, und David Nathan vermag es in unnachahmlicher Weise den Charakter jedes Protagonisten ganz individuell herauszuarbeiten und Emotionen zu erzeugen.


Über mich 06.10.2011, 22.07 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

~Krimi auf Platt~

21/2011
Tod im Apothekenhaus  - Wolf Serno
Verlag: Knaur TB - Seiten: 448

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Apothekerhaus.jpgKurzbeschreibung: Hamburg, 1716: Der Apotheker Teodorus Rapp ist fasziniert von den Absonderlichkeiten der Natur. Über Jahre hinweg hat der menschenscheue Eigenbrödler unzählige Kuriositäten angehäuft. Doch dann wird seine einmalige Sammlung gestohlen und er selbst in eine mörderische Intrige verwickelt. Verzagt macht sich Teodorus auf die gefährliche Suche - und findet weit mehr als nur seinen geraubten Schatz....


Hamburg im 18. Jahrhundert. Theodorus Rapp, ein eigenbrödlerischer Apotheker, wird auf dem Heimweg von einem Konzert auf der Straße bewusstlos geschlagen und erwacht viele Stunden und Meter vom Tatort am Hafen in Lumpen gekleidet wieder, seiner Perücke und Kleidung beraubt und  in dem festen Glauben bei den Handgreiflichkeiten zwei Menschen erschlagen zu haben.
Als er endlich seine Apotheke erreicht, traut er seinen Augen nicht - denn er steht sich selbst gegenüber und einer infamen Intrige gegen ihn. Er begibt sich fortan alleine an die Aufklärung und sieht sich plötzlich als Gehilfe in seiner eigenen Apotheke und somit gefährlichen Verbrechern gegenüber, die ihn um sein Kostbarstes bringen wollen - seinen Thesaurus.

Mein erster Roman von Wolf Serno der mich recht kurzweilig unterhalten hat. Die Geschichte ist recht spannend geschrieben, wenngleich ich mich auch nicht unbedingt in einem Krimi gesehen habe. Das Ganze erinnerte mich doch eher an ein Bühnenstück, eine Komödie auf Platt. (Platt zu lesen und es dann auch noch zu verstehen ist allerdings nicht immer sehr leicht gewesen) Sehr humorvoll und man kann sich das Schmunzeln stellenweise nicht verkneifen.

Die Beschreibungen Hamburgs im 18. Jahrhundert und des Apothekerhandwerks zur damaligen Zeit scheinen gut recherchiert und fügen sich sehr realistisch in die Geschichte ein.

Einzig und alleine, und deshalb gibts Punktabzug, ärgerte mich der Schluß. Man fieberte auf die Auflösung zu und bekam 2 Seiten im Epilog und bleibt unbefriedigt zurück. Schade eigentlich!

Über mich 13.09.2011, 22.21 | (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

~Spannend bis zum Schluß~

9/2011
Die Markgräfin - Sabine Weigand
Verlag: Fischer (Tb.) Seiten: 480

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Mark.jpgKurzbeschreibung: Mit zehn ist sie verheiratet. Mit zwölf Witwe. Mit fünfzehn heiratet sie den König von Böhmen. So steht es in den Chroniken. Als sie endlich ihr eigenes Leben führen will, sperren ihre Brüder sie ein. Ihre Spur verliert sich 1542. Bis in unseren Tagen ein geheimnisvoller Fund die Geschichte der Markgräfin Barbara von Ansbach enthüllt. Ein bewegendes Historienepos, eine spannende Detektivgeschichte, mitreißend beschwört Sabine Weigand Deutschland im Umbruch von Mittelalter zur Neuzeit herauf. Barbara von Ansbach hat es wirklich gegeben. Folgen Sie der Spur. Entdecken Sie das Geheimnis der Markgräfin.

Einer der besten historischen Roman die ich gelesen habe und zudem noch aus deutscher Feder. Sabine Weigand, selbst Historikerin, promovierte über das Hofleben der zollerischen Landesherrn auf der Plassenburg in Mittelalter und Frühneuzeit und war fasziniert über die Markgräfin Barbara von Brandenburg-Ansbach, Herzogin von Groß-Glogau und Clossen und Königin von Böhmen und hat um und über sie diesen Roman gesponnen. Zeitlich hat sie das ganze 50 Jahre nach vorne gerückt um dem Markgräflerkrieg und der Zerstörung der Plassenburg eine Bühne geben zu können. Historisch ein wenig zeitlich verzerrt tut das der Spannung keinen Abbruch. Historische Quellen wurden authentisch verarbeitet und zum Teil wörtlich wiedergegeben, die Lücken wurden mit wunderbarer schriftstellerischer Freiheit gefüllt und fügen sich logisch in die Geschichte.
Parallel wird die Plassenburg zur Neuzeit erzählt: Der Kastellan der Burg findet bei Restaurierungsarbeiten eine eingemauerte Babyleiche. Lt. Gerichtsmedizin ist das Skelett 400 - 500 Jahre alt und ist wohl nicht eines natürlichen Todes gestorben.  Das holt die "Forschenden Vier", Kastellan, Lehrer, Pfarrer und Archivar, allesamt Hobbyhistoriker auf den Plan und eine aufregende Detektivarbeit durch sämtliche Archive und Bibliotheken beginnt. Wer war das Kind? Und wer die Mutter?
Anders als Alles was ich bisher so an historischen Romanen gelesen habe. Mit vielen historischen Details, Quasi so eine kleine Geschichtsstunde nebenher. Ein Glossar am Ende des Buches hätte ich mir gewünscht, denn es waren viele Begriffe dabei die heute lang nicht mehr gebräuchlich sind. Sehr interessant die Schreibweise mancher Wörter - da waren viele Rechtschreibreformen dazwischen ;-)
Ein dramatisches Frauenschicksal sehr bewegend und  emotional erzählt, und mitreißend spannend bis zum Schluß was durch die Kombination Gegenwart und Damals noch verstärkt wird. 

Über mich 27.02.2011, 12.39 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL

~Ein Buch, das Menschen töten und die Welt zum Einsturz bringen kann~

3/2011
Die Teufelsbibel - Richard Dübell

teufelsbibel.jpgBöhmen 1572. In einem halb zerstörten Kloster wird der achtjährige Andrej Zeuge eines schrecklichen Blutbads. Zehn Menschen, darunter seine Eltern, werden brutal ermordet. Andrej kann fliehen und nimmt eines der besten gehüteten Geheimnisse der Kirche mit sich: das Wissen um die Existenz des Codex Gigas - der Teufelsbibel. Ein Dokument, das drei Päpste das Leben kosten und die Macht haben soll, das Ende der Welt einzuläuten. Sieben schwarz gekleidete Mönche haben geschworen, das Geheimnis der gefährlichen Handschrift zu behüten. Wer zu viel darüber weiß, muss sterben. Denn der Codex, so heißt es, stammt aus der Feder des Teufels....

Mein erster Dübell, aber bestimmt nicht mein letzter, soviel kann ich schon sagen. Ich habe die letzten Tage das Buch nur weggelegt wenn ich einschlief, so sehr hat es mich gefesselt. Derweilen ist es wahrlich nicht einfach zu lesen. Der Schreibstil ist sehr elegant und anspruchsvoll und durch die verschiedenen Handlungsstränge zu anfangs fand ich es ein wenig schwierig mich mit den diversen Charakteren zurechtzufinden, aber dank Personenregister keine unmögliche Aufgabe ;-)
Aber auch genau diese Parallelität macht diese fast schon unerträgliche Spannung aus, dazu immer wieder unerwartete Wendungen auf dem Weg zum dramaturgischen Höhepunkt.
Die Charaktere alle sehr glaubwürdig gezeichnet, keinesfalls eindimensional, darunter auch einige sehr interessante historische Persönlichkeiten, wie z. B. Kaiser Rudolf von Habsburg, Melchior Khlesl - einst Bischof von Wien, verwoben mit historischen Daten (wie z.B. den Hugenottenkriegen) und Ereignissen in eine fiktive Handlung, was dabei dichterische Freiheit ist hat der Autor im Nachwort erläutert. Und Richard Dübell sitzt ein wenig der Schalk im Nacken, denn es gibt einige sehr humorvolle Passagen an denen ich wahrlich herzhaft lachen konnte. In sich abgeschlossen gibt es aber zwei Nachfolgeromane "Die Wächter der Teufelsbibel" und "Die Erbin der Teufelsbibel" die ich mir auf alle Fälle auf den SUB packen werde!
Ein historischer Thriller - sehr lesenswert!!



Über mich 24.01.2011, 20.02 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

~Legendenstoff oder doch die Wahrheit?~

19/2010
Donna W. Cross - Die Päpstin

Papst.jpgIm bitterkalten Winter des Jahres 814 bringt die heidnische Frau des Dorfpriesters ein Mädchen zur Welt: Johanna. Sie wächst in einer Welt düsteren Aberglaubens auf, gegen den ihr Vater grausam zu Felde zieht; er läßt sogar die Hebamme des Ortes als Hexe verfolgen. Ein Mensch erkennt bei Johanna besondere Gaben - Aeskulapius, der Pädagoge aus dem fernen Byzanz, weist sie als einziges Mädchen in die Lehren der Philosophie und Logik ein. Doch beinahe wird Johanna ihr Wissensdurst zum Verhängnis. Nur der Ritter Gerold, ihr Freund und späterer Liebhaber, vermag sie vor dem grausamen Magister Odo zu bewahren. Nach einem verheerenden Feldzug der Normannen weiß sie endgültig: Frauen wie sie überleben in dieser Welt nicht. So geht sie als Mönch verkleidet ins Kloster Fulda. Als Medicus betritt sie Jahre später Rom, die Stadt des Papstes - wo die Wechselfälle des Schicksals sie schließlich selbst auf den heiligen Stuhl bringen.

Wenn man sich vorstellt, wozu die Kirche in all den Jahrhunderten im Stande war, dann mag es nicht unbedingt verwunderlich sein, wenn der Vatikan veranlasste die Chroniken zu fälschen um die mögliche Existenz von Päpstin Johanna unter allen Umständen zu verdecken. Und wenn man die Indizien verfolgt, welche die Autorin aufführt, die belegen sollen dass es eine Päpstin gegeben hat, dann ist man schon mal leicht geneigt aus der Legende die Wahrheit werden zu lassen. ;-) Andererseits lassen sich eben diese Indizien der Päpstinanhänger jederzeit auch entgegengesetzt interpretieren. Auf welcher Seite man letztendlich steht, muss ja jeder selbst entscheiden. Aber gäbe es diesen Mythos nicht, hätten wir diesen Roman auch nicht.

Und dieser Roman hat auch gut begonnen. Die Beschreibung über die Familie in der Johanna aufwächst. Ihr gesteigertes Bedürfnis an Wissen und wie sie das Elternhaus verlässt um eben diesem Drang nachgehen zu können. Und dann sackt er ab, der Spannungsbogen. Und da jagt ein Zufall den nächsten, und nimmt der Geschichte die Glaubwürdigkeit, zu vorhersehbar die einzelnen Handlungsstränge. Und es driftet ins klischeehafte ab. Johanna ist perfekt, die geborene Heldin der Alles gelingt, die Alles weiß, stets moralisch und geistig überlegen, allzeits souverän ist. Eine Überfrau, aber keine Frau die in einer Männerdomäne ums Überleben kämpft.
Aber dennoch möchte ich diesen Historienschmöker nicht schlecht reden. Er liest sich locker flockig und man möchte ja wissen wie es endet, und oh Wunder, zum Ende im Schweinsgalopp wird sie dann doch noch Päpstin ;-)

Mit der historischen Authentizität hat es Frau Cross wohl auch nicht so genau genommen wie ich nachlesen konnte. Hexenverfolgungen gab es z.B. erst in der Frühen Neuzeit, und Mais und Kartoffeln gabs in Mitteleuropa auch erst bedeutend später. Ein Roman ist Fiktion und somit hab ich alle Freiheiten, wenn ich als Autor aber auf gründliche Recherche ausdrücklich Wert lege, muss ich mir solche Kritik gefallen lassen. Was Frau Cross aber egal sein wird, denn sie hat mit diesem Buch guten Umsatz gemacht ;-)

Die Idee zu diesem Buch finde ich per se grandios. Aber diese Faszination ist leider auf der Strecke geblieben und hinterlässt bei mir am Ende so ein wenig einen Pilchernachgeschmack.



Über mich 23.06.2010, 21.16 | (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

~Venedig zur Zeit der Renaissance~

17/2010
Elle Newmark - Der Granatapfeldieb

apfel.jpgIn der Lagunenstadt ist so gut wie alles und jeder käuflich - bis auf Amato Ferraro, den gewitzten und rätselhaften Chefkoch des Dogen. Der kleine Dieb Luciano wird Lehrling in seiner Küche und ahnt nicht, in welch große Intrige er damit gerät: Ist sein Chef im Besitz jenes geheimnisvollen Kochbuchs, das nicht nur wegen seiner Rezepte von unschätzbarem Wert ist??

Der todkranke Doge ist davon überzeugt dass sich in diesem Buch der Allwissenheit das Geheimnis des ewigen Lebens befindet. Luciano erhofft sich darin das Rezept für einen Liebestrunk der die Nonne Francesca für immer an ihn binden sollte und die oberste Polizeibehörde von Venedig (Rat der Zehn) verspricht sich Informationen wie man Rom zu Fall und zur Weltmacht aufsteigen könnte.

Jeder will das Buch besitzen dass für jeden die Erfüllung der Wünsche verspricht, aber zeitgleich wird es sehr gefürchtet, denn keiner weiß was wirklich darin geschrieben steht.

Der Maestro Amato Ferraro ist berühmt für seine Küche und man sagt seinen Gerichten Zauberkräfte nach. Diese Kreationen setzt er auch bei politischen Treffen am Hofe des Dogen ein und wirkt dadurch ähnlich einem Alchemist um mit ganz bestimmten "Zusätzen" Wirkungen im Menschen zu erzielen.

Auf klassische erzählerische Weise werden hier beinahe philosophisch politische und gesellschaftliche Konflikte der damaligen Zeit behandelt, und man sieht Dinge plötzlich aus einem anderen Blickwinkel.

Ich habe mich auf diesen 517 Seiten sehr wohl gefühlt, Punkteabzug gibts allerdings für ein paar historische Fehler, denn da sollte man so viel Detailliebe schon treu bleiben.


Über mich 14.06.2010, 10.38 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL

~Düster und beklemmend~

11/2010
Clare Clark - Der Apotheker

Apotheker.jpgLondon, 1718. Für die schwangere Eliza ist Mr. Black die letzte Rettung. Der Apotheker hat sie trotz ihres Zustands in seinen Dienst genommen, und das unverheiratete Mädchen hofft, dass er einen Ausweg aus ihrer misslichen Lage weiß. Was Eliza nicht ahnt: Black betreibt dubiose Experimente, für die sie ihm wie gerufen kommt.

"The Nature of Monsters" ist der Originaltitel. Und um die geht es in Mr. Blacks besessenen Experimenten mit denen er in seinem wissenschaftlichen Wahn zu Ruhm in der Royal Society gelangen möchte. Dabei verliert er auch dank Opium immer mehr den Bezug zur Wirklichkeit.
Eliza trifft auf die geistig zurückgebliebene Dienstmagd Mary, die ebenso schlecht von der Apothekerin behandelt wird und auch bald dasselbe Schicksal durch des Apothekers Experimente ereilen soll wie die schwangere Eliza. Kommt Mr. Black ans Ziel seiner Träume und kann eine Missgeburt präsentieren, die aufgrund des Horrors entstehen sollte die der Mutter während der Schwangerschaft widerfuhr??

Diesen Roman durchzieht von Anfang bis Ende eine unheimliche und düstere Atmosphäre. Hinein in ein dunkles Viertel Londons des 18. Jahrhunderts, das unheimlich gut beschrieben wird. Im Vordergrund steht aber vielmehr das persönliche Drama in einem düsteren Haus mit äusserst skurillen Personen, die oftmals zwei Gesichter haben.
Nicht so komplex wie "Der Vermesser", aber schaurige Unterhaltung bis zum Schluss. Abstriche mach ich beim Anfang, der ziemlich kitschig war, dass ich zuerst dachte ich sei im falschen Buch ;-) Und was mich auch ein wenig gestört hat, dass vieles nur angedeutet wurde und man sich manches zusammenreimen konnte.


Über mich 22.03.2010, 22.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

~Die Wanderhure~

3/2010
Die Wanderhure - Iny Lorentz

wander.jpg

Die grausame Welt des Mittelalters und der Kampf einer Frau um ihr persönliches Glück.

Konstanz im Jahre 1410: Als Graf Ruppert um die Hand der schönen Bürgerstochter Marie anhält, kann ihr Vater sein Glück kaum fassen. Er ahnt nicht, dass es dem adeligen Bewerber nur um das Vermögen seiner künftigen Frau geht und dass er dafür vor keinem Verbrechen zurückschreckt. Marie und ihr Vater werden Opfer einer gemeinen Intrige, die das Mädchen zur Stadt hinaus treibt. Um zu überleben, muss sie ihren Körper verkaufen. Aber Marie gibt nicht auf.....



Dieses Buch hab ich letztens beim Caritas-Büchermarkt mitgenommen, da ich den Titel schon seit einigen Jahren im Hinterkopf hatte als glänzenden Mittelalterroman. Somit hatte ich also einige Erwartungen als ich mit dem Lesen begann. Diese wurden allerdings ziemlich enttäuscht.

Reisserisch. Sex Sells? Iny Lorentz scheint damit ja einen breiten Massengeschmack angesprochen zu haben, die positiven Meinungen zu dem Roman überwiegen, aber definitiv nicht den meinen.
Ein dicker Wälzer, inhaltlich aber ziemlich dünn. Historisch in keinster Weise fundiert bewegen sich stereotype Charaktere auf 600 Seiten ziemlich klischeehaft auf das vorhersehbare Ende hin. Die Personen allesamt seelenlos, man wird nicht wirklich "warm" mit Ihnen. Immer wieder wird der Weg der Heldin durch "Zufälle" zurechtgeschnitzt und das konstruierte Ende ist ganz besonders grausam. Der Schreibstil erinnert obendrein eher an ein Groschenheft.
Schade drum. Handwerklich schlecht, dabei hätte das Thema soviel Potential.
Wenigstens dafür gibts von mir ein Herz. Und für die ersten 30 Seiten gibts noch ein halbes Herz dazu. Bis dahin fühlte ich mich noch unterhalten, bis es dann ins Triviale abrutschte.


Dass ich die mittlerweile erschienenen Folgebände "Die Kastellanin", "Die Tochter der Wanderhure" und "Das Vermächtnis der Wanderhure" wohl eher im Laden stehen lasse brauch ich nicht zu erwähnen ;-) Und mit anderen Romanen von Iny Lorentz werde ich vorerst wohl genauso verfahren. Jedes Jahr ein neuer Roman? Das wirkt nach guter Marketingstrategie, aber der Inhalt bleibt dabei auf der Strecke.

Über mich 25.01.2010, 15.56 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL



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